Ganz besondere Bilder sind aktuell in der Begegnungsstätte zu sehen. Degol Samuel, 24 Jahre alt, zeigt neben weiteren eriträischen Künstlern, die in Lippe Zuflucht gefunden haben, seine Werke. Als Teenager floh er vor dem autoritären Regime aus seinem Heimatland und lebt seit eineinhalb Jahren in Bad Salzuflen. Die Ausstellung wird am Freitag, 11. September um 18 Uhr mit einem „Eritrea-Abend“ eröffnet. Anschließend sind die Bilder donnerstags und freitags von 13.30 bis 17.30 Uhr während der Öffnungszeiten des „Cafés am Kirchplatz“ zu besichtigen.

Wenn er über seine Kindheit spricht, wird Degol Samuel wehmütig. Es sei eine glückliche Zeit gewesen, als jüngstes von sieben Kindern unter seiner gütigen Mutter aufzuwachsen, auch wenn der Vater bereits verstarb, als er gerade einmal vier Jahre alt gewesen war. Seine Heimat war Asmara, die Hauptstadt Eritreas. Klar, dass er sie auch auf einem seiner Bilder verewigt hat. Es zeigt den Turm einer Kirche im romanisch-lombardischen Baustil, den man so im Nordosten Afrikas vielleicht nicht erwartet hätte. Sie stammt aus der Zeit, als Eritrea ein halbes Jahrhundert, bis 1941, lang italienische Kolonie war.

Seit 1993 ist das Land unabhängig, doch Präsident Isayas Afewerki regiert autoritär in einem Ein-Parteien-System mit brutaler Militärgewalt. „Als Jugendlicher hat man immer Angst davor, bei einer Passkontrolle vom Militär mitgenommen zu werden“, erklärt Degol Samuel. Als die Angst immer größer wurde, floh er mit einem Freund über die Grenze nach Äthiopien, doch im Sudan wurden sie getrennt. In Libyen verharrte er drei Tage ohne Wasser in der Wüste, kam ins Gefängnis und musste Zwangsarbeit leisten. Doch wie durch ein Wunder überlebte er und erreichte schließlich Italien. Im Sommer 2018 kam er dann nach Deutschland, über Gießen, Bochum, Bielefeld und Münster führte der Weg nach Bad Salzuflen, wo er seit März 2019 in einer Wohngemeinschaft lebt.

Hier entdeckte Degol Samuel seine Leidenschaft für das Malen. Über das Sozialamt entstand ein Kontakt zu Dorothea Senz-Ndiaye, die stellvertretende Sprecherin des Bad Salzufler Ratschlags für Vielfalt, Toleranz und Respekt. Die suchte eigentlich einen afrikanischen Musiker für die „Interkulturelle Woche“ im September 2019, doch zeigte sich sehr beeindruckt, als sie Degol Samuels Werke sah. Und so präsentierte er seine ersten beiden Bilder auf dem Eröffnungsabend der Veranstaltungswoche im Foyer des Rathauses.

Dorothea Senz-Ndiaye, die ihn bis heute begleitet und unterstützt, kam wiederum mit Pfarrer Matthias Schmidt ins Gespräch, der regelmäßig Ausstellungen in der Begegnungsstätte Schötmar veranstaltet, wo nun also Degol Samuels Werke zu sehen sein werden. Mittlerweile sind neun Bilder fertiggestellt, drei weitere sind in Arbeit. Er hofft, sie bis zur offiziellen Eröffnung am 11. September vollenden zu können. Typische Themen seiner Bilder sind die Menschen, Kultur und Natur in Afrika. Er betont die positiven Dinge, denn sie will er in guter Erinnerung behalten. „Hinzu kommt, dass die Menschen in Europa oft negative Bilder von Afrika im Kopf haben“, meint er. „Ich möchte hingegen, dass sie auch die Tradition und Schönheit in meiner Heimat kennenlernen.“ Gerade arbeitet er an dem Bild einer Schauspielerin aus seiner Heimat. Sie ist festlich gekleidet und trägt ihr Kind, so ist es in Eritrea üblich, nicht vorne, sondern auf dem Rücken.

Degol Samuel malt mit dem Pinsel Acryl auf Leinwand. Er hat es nie professionell gelernt, aber es bereitet ihm viel Freude. Er weiß aber auch, dass es schwierig ist, von Kunst zu leben. Aktuell besucht er den B2-Sprachkursus und sucht nach einem Ausbildungsplatz: Schreiner, Maler, Fliesenleger – Hauptsache handwerklich. Degol Samuel will anpacken. In Deutschland konnte er den lange unterbrochenen Kontakt zu seiner Familie wiederherstellen. Seine Mutter, zwei Schwestern und ein Bruder leben noch in Asmara, einmal im Monat können sie telefonieren. „Das ist immer sehr schön, aber danach fühle ich mich tagelang anders“, berichtet er. „Zuhause zu sein fehlt mir, ich vermisse meine Heimat. Ich denke ständig daran, wie es war mit meiner Mutter.“ Doch seine Gegenwart, und hoffentlich auch seine Zukunft, ist in Bad Salzuflen. „Als Kind hat man so viele Wünsche, aber die Erfüllung ist schwierig“, erklärt Degol Samuel. „Jetzt möchte ich einfach nur ein ganz normales Leben führen.“

Ein Abend voller „Sommerklänge im Garten“ findet am Freitag, 17. Juli um 19 Uhr am Kirchplatz in Schötmar statt. Im Rahmen der „Streiflichter“-Reihe der Buchhandlung Lesezeichen sind Claudia und Thorsten Kosakewitsch, bekannt als „C & T – Musik aus Lemgo“, zu Gast. Neben der Musik gibt es eine Lesung sommerlicher Texte.

Claudia und Thorsten Kosakewitsch begeistern seit Jahren mit ihren Darbietungen, die von Schlagern über Jazz bis hin zu Evergreens reichen und auf akustischer Gitarre und Saxophon gespielt werden. Auch der eine oder andere aktuelle Hit wird im Garten der Begegnungsstätte zu hören sein. Bei Regen findet die Veranstaltung in der Kilianskirche statt, sodass die notwendigen Abstände in jedem Fall eingehalten werden können.

Veranstalter sind der Christliche Bücherverein Schötmar und die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Schötmar, in der Pause werden Getränke und Snacks angeboten. Der Eintritt ist frei.

Ein Freiluftgottesdienst findet am Sonntag, 21. Juni im Umweltzentrum Heerser Mühle statt. Beginn ist um 10 Uhr. Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Schötmar, die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Schötmar-Knetterheide, die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Wülfer-Knetterheide und die Freie evangelische Gemeinde Bad Salzuflen-Schötmar laden gemeinsam ein.

In einem zwölftägigen Kursus sind von August bis Februar zwölf Ehrenamtliche für den Dienst der Notfallseelsorge ausgebildet worden. Die Erwachsenenbildung der Lippischen Landeskirche hatte dafür ein Kolloquium zusammengestellt. Unter der Leitung von Andreas Gronemeier wurden von wechselnden Dozenten Themen wie die Begleitung von Angehörigen bei einem plötzlichen Todesfall, einem tragischen Unfall oder einem Suizid behandelt. Die Teilnehmer wurden in Gesprächsführung in Krisensituationen und in der Traumalehre geschult. Neben weiteren Themen wurden auch Besonderheiten bei Einsätzen mit Kindern und anderen Religionen vermittelt.

Die theoretischen Inhalte wurden mit vielen Praxisbeispielen lebhaft vermittelt. Ab der zweiten Hälfte des Kurses konnten die Teilnehmenden schon mit erfahrenen Notfallseelsorgenden in den Einsätzen hospitieren. Dann konnten auch selbst erlebte Einsatzszenarien in den Unterricht mit einfließen. Der Kursus wurde von allen Teilnehmer erfolgreich abgeschlossen. Nun wurden sie am 14. Juni in einem Festgottesdienst in der Kilianskirche Schötmar mit dem Segen Gottes in den Dienst entsandt. Nach dem Einsegnungsgottesdienst stellten sie sich kurz auf Abstand ohne Mundnasenschutz für ein Foto auf.

Ein neuer Kursus ist bereits gestartet. Die ersten Einheiten fanden in Form eines Webinares statt. Weitere Veranstaltungen finden unter der Einhaltung der Hygienevorschriften statt.

Das nächste Abendgebet im Einklang findet am Donnerstag, 18. Juni um 19 Uhr in der Kilianskirche Schötmar statt. Rainer Meyer-Arend wird das Abendgebet mit besinnlicher Musik für Flügelhorn-Solo bereichern. Die Besucher sind wieder eingeladen, die Kirche mit mehrstimmigem summenden Klang zu füllen, und zusammenzukommen in der Stille, im Klang und im Gebet.

Auch wenn es vor den Sommerferien keine Proben von Chören gibt, die Musik soll nicht schweigen und Gottesdienste dürfen auf jeden Fall gefeiert werden, wenn die entsprechenden Abstände eingehalten und Hygieneschutzregeln beachtet werden. Kirchenmusikerin und Sopranistin Uta Singer lädt für drei Donnerstage im Juni und zwar am 4. Juni, am 18. Juni und am 25. Juni, jeweils auf 19 Uhr zu sommerlichen Abendgebeten in die große evangelisch-reformierte Kilianskirche Schötmar ein.

„Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr, suche den Frieden.“ – Ein Kanon mit diesem Text kommt in den Sinn. Die Worte laden dazu ein still zu werden, demutsvoll
zu schweigen und aufzuhorchen, und zwar mit dem Herzen, und schließlich in sich selbst Frieden zu finden. Der Text entstammt den Worten eines Benediktinermönchs aus Nursia. Tatsächlich ist diese Haltung eine kostbare Voraussetzung für einen innigen Gesang, bei dem Körper und Seele Resonanzraum für den jeweils ganz eigenen Klang werden. Diesen Klang können Menschen nicht außerhalb ihres Selbst finden.
Aus der Stille heraus werden dann die Töne wahrnehmbar, besonders die leisen, die wie ein Keim die Kraft des starken und nach außen strahlenden Tones in sich tragen. Diesen Keim können Singende im Summen spüren, in der Resonanz, die im besten Falle im ganzen Körper zu vibrieren beginnt. Gerade in der momentanen Situation soll das im gemeinsamen Treffen als Weg nach innen erforscht werden.

Interessanterweise steht diese in sich gekehrte Haltung im Gegensatz zu dem, was die Natur gerade anbietet: einen strahlenden, sprießenden und überschwänglichen Frühling, der in vollem Reichtum nach außen drängt. Diesen Zustand besingen zahllose Lieder, und wenn Menschen nicht ganz abgekoppelt von ihrer Umgebung leben, spüren alle doch den Drang des frühlingshaften Aufbrechens. Das Wochenlied für den ersten Gottesdienst nach dem Stillstand am 3. Mai war „Gott gab uns Atem, damit wir leben“. Gerade der Atem ist es, der gesunden lässt und Körper und Geist belebt. Das Vertrauen in den eigenen Atem und die Lebenskraft, die sich aus dem Atem speist, sollte sich niemand ausreden lassen. Enge und Verängstigung könnten die Folge sein. Doch gemeinsames Singen und Beten, und auch das Schweigen verleihen den Menschen Halt und Widerstandskraft. Nicht zufällig heißt es im 150 . Psalm „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!“, weil es dieses Loben im Hier und Jetzt hält und ihm eine gemeinsame Stimme gibt. All das wird Ausdruck und kräftigende Liebeserklärung an die Schönheit des Lebens und an die Schöpfung.

Melodien im Herzen und auf den Lippen dürfen darum nicht verstummen. Im Gegenteil: Sie sollen reichlich Raum bekommen. Darum die Einladung in die Kilianskirche zum gemeinsamen Schweigen und Hören, zum Beten und Summen.

Im Rahmen der „Abendgebete im Einklang“ werden sie gesät werden, die Samenkörner in Form von gesummten Liedern und Melodien. Samenkörner, die später dann summend auf der Straße und singend zuhause aufgehen dürfen. (Uta Singer)

Was seit Anfang Mai in Nordrhein-Westfalen wieder möglich ist, konnte in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Schötmar mit Achtsamkeit und Abstand seit 3. mai mittlerweile in über zehn Gottesdiensten umgesetzt werden. Menschen, die wochenlang nicht aus dem Haus konnten, haben sich gefreut, die ersten Gottesdienste vor Ort wieder besuchen zu können. Die Größe der Kilianskirche ermöglichte der Gemeinde in Schötmar da mehr, als andere sich schon zutrauen konnten.

Auch Bürgermeister Dr. Roland Thomas war erfreut, schon am 8. Mai, dem Tag des Kriegsendes, in Schötmar den Besuch in einem Friedensgottesdienst wahrnehmen zu können. Auch Kantate am 10. Mai konnte trotz der Masken der Besucher sehr würdevoll und musikalisch anspruchsvoll mit der Sopranistin Uta Singer und ihrem Ehemann Volker Jänig an der Orgel gefeiert werden.

Trotzdem gibt es sie auch weiterhin: Die sehr kreativ und spontan entstandenen Onlineangebote unterschiedlicher Kirchengemeinden, auf die hingewiesen wird (www.kirche.plus und www.stadtkirche.info).

Die offene Kilianskirche wird auch in den kommenden Wochen von 10 bis 17 Uhr zum individuellen Gebet offenstehen. In der Kilianskirche liegen auf den Plätzen die „Gottesdienste zum Mitnehmen“ aus, für all diejenigen, denen ein Gottesdienst im größeren Kreis vor Ort noch nicht wieder möglich ist.

Doch auch mit dem Wiederbeginn der Vor-Ort-Gottesdienste in den Kirchen und der langsamen Öffnung in den nächsten Tagen und Wochen dürfen die Achtsamkeit aufeinander und das gemeinsame Gebet nicht nachlassen.

Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Schötmar feiert in der Kilianskirche am Sonntag, 3. Mai, um 10 Uhr wieder Gottesdienst – unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneschutzregeln: Die Sitzplätze auf Abstand sind gekennzeichnet. Menschen mit besonderem Ansteckungsrisiko werden gebeten, lieber die Angebote der Radio- und Fernsehgottesdienste sowie die lippischen Online-Angebote der Kirchen wahrzunehmen. Es wird empfohlen, die eigene Mund-Nasenmaske mitzubringen und beim Besuch der Kirche die Abstands- und Hygieneregeln sorgfältig einzuhalten. Der Gottesdienst wird von Pfarrer Markus Honermeyer und Kantorin Uta Singer gestaltet.

Anlässlich des 75. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges wird es am Freitag, 8. Mai um 18 Uhr zudem einen Friedensgottesdienst in der evangelisch-reformierten Kilianskirche geben. Auch hier können die Gottesdienstbesucher unter Einhaltung der Bedingungen in den Zeiten der Pandemie in der größten Kirche Lipps an dem Abend ihre Dankbarkeit zum Ende der Kriegszeit vor 75 Jahren und und ihre Fürbitte für Frieden, Heil und Gerechtigkeit im Jahr 2020 zum Ausdruck bringen. Pfarrer Matthias Schmidt wird den Friedensgottesdienst zum Tag der Befreiung nach dem Abendläuten mit Pfarrer i.R. Christian Brehme (Friedensbeauftragter der Lippischen Landeskirche) und Prädikant Jan Christian Pinsch aus Schötmar gestalten.

Unter der Schirmherrschaft der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) haben kirchliche Netzwerke und Initiativen am ersten April-Wochenende den Hackathon #glaubengemeinsam veranstaltet, um neue Formen von Gemeinde und Glaube, wie sie nicht nur in Zeiten von Corona überall in Deutschland entstehen, besser miteinander zu vernetzen. Eines der dabei entstandenen Projekte ist der Blog „Trostpunkte“, der von Ostern bis Himmelfahrt vierzig Texte und Hoffnungsbilder verbreitete. Auch die Kilianskirche Schötmar ist mit Pfarrer Matthias Schmidt Teil des Projekts. Ab Juni erscheinen die Trostpunkte zweimal wöchentlich. Pfr. Schmidt veröffentlicht jeden Mittwoch den „Trostpunkt um 12 vor 12“ – ein bebildertes Mittagsgebet zur Wochenmitte.

Link: https://trostpunkte.wordpress.com/

Seit Anfang des Jahres gibt es jeden ersten Donnerstag im Monat um 19.30 Uhr „Eat & Talk“, das Angebot der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Schötmar für alle jungen Erwachsenen zwischen 18 und 35 Jahren in der Begegnungsstätte Schötmar. Auch in Zeiten von Corona soll die Veranstaltung weiter stattfinden, aber die Gesundheit geht selbstverständlich vor. Deshalb laden die Verantwortlichen am Donnerstag, 2. April zur virtuellen „Esskonfererenz“ ein.

Und das ist die Idee: Für das „Eat“ konnte das Quellhaus Bad Salzuflen gewonnen werden, Low-Carb-Bowls vorzubereiten, das die Verantwortlichen dann abends bei den Teilnehmenden zu Hause vor der Tür abliefern. Deshalb ist anders als sonst dieses Mal eine vorherige Anmeldung bis 13 Uhr am Donnerstag unbedingt erforderlich. Mit dem gemeinsamen Essen kann dann ab 19.30 Uhr via Skype-Konferenz der „Talk“-Teil beginnen. Als Thema könnte man den Verantwortlichen zufolge darüber sprechen, welche Chancen so eine Krise auch für unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben bietet und was sich dadurch in Zukunft verändern könnte.

Infos und Anmeldung per Mail an eatandtalk@kirche-schoetmar.de oder unter (0176) 30460162.